Karin Burtscher
Personalverantwortung neu denken

Wofür ich stehe

Wofür ich stehe

Das Unmögliche denken, das Mögliche wagen

“Wer aufhört, besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein” (Oliver Cromwell)


Personalverantwortung in der Klinik bedeutet für mich mehr als operatives Umsetzen vorgegebener Richtlinien, mehr auch als Personalmarketing und Personalrecruiting. Das alles gehört in meinen Bereich - ja. Und ich betrachte es als wichtige und wertvolle Aufgaben. Aber Personalverantwortung ist in meiner Deutung so viel mehr. Es ist zugleich das Mitgestalten der Unternehmenskultur. Wie Menschen miteinander arbeiten, warum sie welche Entscheidungen treffen und in welchem Verständnis von Partizipation und Wertschätzung füreinander sie dies tun - dies alles formt eine Unternehmenskultur. Es sind die Menschen, die sich in einer Organisation ihre individuelle Ordnung geben und die einem Unternehmen seinen einzigartigen Charakter verleihen. Für diese Menschen im Unternehmen und ihr möglichst reibungsfreies Miteinander übernimmt die Personalabteilung Verantwortung.  In der Klinik ist das von besonderer Bedeutung. Die Dienstleistung, die Ärzteschaft und Pflege unmittelbar und der Verwaltungsapparat mittelbar erbringen, richten sich auf Leben und Existenz des Patienten. Das rückt das Miteinander aller Handelnden in der Klinik in eine ethische Dimension. Diese Besonderheit prägt auch die Position der Personalverantwortlichen. Ich sehe das Wirken der gesamten Personalabteilung als Dienstleistung für alle Kollegen im Haus - und in besonderer Weise für die Kollegen in Ärzteschaft und Pflege, um diesen die besten Voraussetzungen für ihre anspruchsvollen Aufgaben zu schaffen.

Strategie: Das Neue reflektieren und integrieren

Als Leiterin Personal stehe ich vor allen Herausforderungen, die diese Position branchenübergreifend verlangt. Strategische Personalplanung gehört dazu: Welche Berufsbilder werden verschwinden, welche entstehen neu? Ein ganz entscheidendes Moment ist hier die Digitalisierung, die Arbeitsprozesse erleichtern und so Freiräume für menschliche Gestaltungskraft und Kreativität schaffen kann.  Noch entscheidender aber ist in meinen Augen, dass Digitalisierung, über die technologische Komponente hinaus, neue Fähigkeiten bei Beschäftigten verlangt. Hierfür Rahmenbedingungen zu schaffen, geeignete Lernformate zu entwickeln und zugleich den individuellen Kompetenzen von Mitarbeitern gerecht zu werden - das gehört sicher zu den anspruchsvollsten, und im Fall des Gelingens, auch den schönsten Erlebnissen der Personalarbeit.

Reverse Mentoring als Führungsaufgabe

Die Selbstreflexion der Führungsrolle ist für zukunftsfähige Führung von großer Bedeutung: Ein wegweisendes Handlungsfeld zeichnet sich im Rahmen digitaler Transformation ab. Hier haben die sog. digital natives die Nase vorn. Jungen Mitarbeitern Gestaltungsräume, und mehr noch, Verantwortungsübernahme zu ermöglichen, bedeutet für mich Führung im besten Sinn. Im Sprachgebrauch des Managements sprechen wir von Reverse Mentoring, wenn wir vom überlieferten Verständnis abrücken, dass es immer und ausschließlich die Älteren und in der Hierarchie höher Stehenden sind, die den Mentor für Jüngere und in der Rangordnung niedriger Gestellte geben. Für bestimmte Projekte und Sachverhalte kann ein umgekehrtes Mentoring sehr wertvoll für alle Beteiligten sein.

Verantwortlichkeit für effiziente und menschenfreundliche Prozesse

Arbeitszeiten- und Ausfallmanagement gehören in meinem Werteverständnis zu den Kernaufgaben einer Personalverantwortlichen. Hier ist in besonderem Maß meine Fähigkeit gefordert, zwischen individuellen Interessen und wirksamen Prozessen abzuwägen. Reibungslose Übergänge dienen Patient und Personal. Beschäftigte sollen verlässliche Ankerpunkte in den Abläufen haben und zugleich einen gesunden Ausgleich zwischen der fordernden beruflichen Einbindung und dem Privatleben. 

Lebenslanges Lernen für geistige und berufliche Beweglichkeit

Auf der Höhe der Zeit zu sein, das ist mir wichtig. Welches neue Wissen brauche ich für meine berufliche Aufgabe? Was bringt mir persönlich neue Perspektiven? Als ausgebildete Diplom-Betriebswirtin bei der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Rhein-Neckar in Mannheim (VWA), Schwerpunkt Krankenhausbetriebswirtschaft, war mein Berufsweg Klinik vorgezeichnet. Dennoch hatte ich über die gesamten Jahre meiner beruflichen Laufbahn hinweg immer den Wunsch, mir weiteres Wissen anzueignen. Zugunsten meines jeweils aktuellen Arbeitgebers, besonders aber für meine eigene geistig-professionelle Entwicklung. Alle Zusatzqualifikationen, die Sie in der Übersicht finden, habe ich aus eigenem Antrieb absolviert, nicht auf Anraten meines jeweiligen Arbeitgebers.

Auch meine Mitgliedschaften in zwei großen Berufs- und Interessenverbänden bedeuten für mich die Chance, auf der Höhe der Zeit zu sein. Seit 2010 gehöre ich dem Bundesverband der Personalmanager; an. Seit seiner Gründung 2011 bin ich beim Initiativkreis neue Personalarbeit in Krankenhäusern (InPaK) aktiv. In diesem Kreis für Personalleiter geht es uns vorrangig um aktuelle und zukünftige Entwicklungen der Personalarbeit in Krankenhäusern sowie um strategische Konzepte für ein zukunftsfähiges Personalmanagement.

Übersicht Zusatzqualifikationen → (PDF)